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Erstellung eines Gesamtkozeptes für die Stadtentwicklung
Stadtsanierung
- Erhaltung des mittelalterlichen
Stadtbildes
- Erhalten der Fußgängerzone
- keine Parkplätze auf dem Marktplatz
- Weiterführung
der Stadtsanierung
Schulen
und Kindergarten
- Sanierung und Ausbau
des Lehrschwimmbeckens
- Verbesserung der
Kindergartensituation für berufstätige Mütter
- Mittelfristig Erstellung
eines Erweiterungsbaues für die Realschule
Verkehr
- Ausbau des öffentlichen
Personennahverkehrs
- Einrichtung von
ca. 15 Kurzzeitparkplätzen (30 Minuten) im Stadtzentrum
- Ausweisung aller
restlichen Parkplätze als blaue Zone
- Bau einer Südtangente
- Verbindungsstraße
zwischen den Wohngebieten Klinge und Grüninger Siedlung
- Ostumfahrung der
B 311
- Ausweisung einer
Freihaltetrasse für eine Nordwestumfahrung
Teilorte
- Stärkung der
Ortschaftsräte durch Übertragung von mehr Zuständigkteiten
- Erstellung von
Ortsentwicklungskonzepten für alle Ortschaften. Wegen der Veränderungen
in der Landwirtschaft gibt es zunehmend leerstehende Wirtschaftsgebäude.
Eine sinnvolle Umnutzung der Gebäude, bzw der Grundstücke
ist zu fördern.
Feuerwehr
- Bessere Einbindung
der Ortsfeuerwehren in die Stützpunktfeuerwehr
- Abstimmung der
Gerätebeschaffung für die Ortfeuerwehren auf die Erfordernisse
der Stützpunktfeuerwehr
Finanzen
Die derzeitige Finanzlage ist schwierig. Zum Haushalt 2010 wurden von
der Fraktion nachstehende Aussagen gemacht..
Der Haushalt der Stadt Riedlingen für das Jahr 2010 steht unter
ganz besonderen Vorzeichen. Er bietet dem Gemeinderat keine Gestaltungsmöglichkeiten
mehr. Die Gründe hierfür sind vorweg genommene Beschlüsse
des Gemeinderates, mit der Festlegung auf bestimmte Objekte, deren Umsetzung
in diesem Haushalt finanziert ist. Mit verursacht ist dies durch das Konjunkturprogramm
des Bundes und Entscheidungen des Landes zur beginnenden Umsetzung des
Hochwasserschutzes, was eine städtische Kostenbeteiligung zur Folge
hat. Diese erfolgten Vorfestlegungen führen dazu, dass kein Spielraum
mehr vorhanden ist, um weitere neue Dinge in Angriff zu nehmen.
Erschwerend kommt hinzu, weg brechenden Einnahmen der Stadt im Bereich
der Finanzzuweisungen und der Gewerbesteuern.
Die Frage, haben wir Einsparmöglichkeiten?
Der Verwaltungshaushalt wurde bereits in den vergangenen Jahren auf Einsparmöglichkeiten
untersucht und eine ganze Reihe an Einsparungen wurde auch bereits umgesetzt.
Dies führt dazu, dass für Änderungen und Umschichtungen
jetzt kaum mehr ein Spielraum vorhanden ist.
Dies mag, insbesondere für die neuen Gemeinderäte, frustrierend
sein. Man hat sich ja um einen Gemeinderatsmandat beworben weil man in
dieser Stadt etwas bewegen will. Und nun stellt man fest, dass man gar
nichts entscheiden kann. Man spricht immer über das Königsrecht
des Gemeinderates, er kann über die finanziellen Angelegenheiten
der Gemeinde entscheiden, darunter stellt man sich aber sicherlich etwas
anderes vor, als nur ja oder nein sagen zu können.
Dies ist natürlich nicht immer so, wobei die Situation in den nächsten
zwei bis drei Jahren möglicherweise doch so bleiben wird.
Wir sollten dies gelassen sehen. Der derzeitig Schwerpunkt der Arbeit
des Gemeinderates und der Verwaltung liegt darin, geplante Vorhaben umzusetzen,
die Gemeinde gut verwalten und gutes und bewährtes zu erhalten.
Gerade darin liegen aber ebenfalls viele Gestaltungsmöglichkeiten,
wo der Gemeinderat auch jetzt die Möglichkeit hat die Entwicklung
der Gemeinde zu beeinflussen.
Für den Haushalt hat die Verwaltung einige Grundsätze genannt.
" Keine Steuererhöhungen
" Keine Kreditaufnahme
" Möglichst keine Rückholung innerer Darlehen.
Die SPD-Fraktion steht hinter diesen vorgegebenen Grundsätzen und
trägt diese mit.
Steuererhöhungen schmälern die Kaufkraft der Bürger und
Darlehensaufnahme schränkt die künftige Gestaltungsmöglichkeit
ein, beides ist negativ für unsere Stadt.
Was bleibt uns dann aber an Möglichkeiten, anders gefragt, was ist
uns besonders wichtig und wie können wir dies erreichen.
Ein Punkt betrifft die Einnahmen.
Gebührenanpassung, Gebühren sind keine Steuern, sondern Kostenerstattung.
Gebühren für Einrichtungen, die die Stadt für Ihre Bürger
vorhält, sollten in der Regel kostendeckend sein. Man kann sich natürlich
durchaus darüber unterhalten kann, was an ermittelten Kosten jeweils
in die Gebühr einbezogen wird.
Drei weitere Bereiche sind aus unserer Sicht besonders bedeutsam, bei
denen wir nicht den Rotstift ansetzen sollten, sondern ggf. auch weitere
Ausgaben tätigen.
Ein besonderes Anliegen muss uns sein, unsere Stadt für die Bewohner,
insbesondere aber auch für Wohnungssuchende und mögliche Neubürger
attraktiv zu machen. Es wurde bei früheren Gelegenheiten schon mehrfach
angesprochen, dass für Gemeinden die Einwohnerzahl künftig ein
entscheidender Faktor sein wird. Ein besonderes Augenmerk ist hierbei
nach unserer Meinung auf Familien und Kinder zu richten, weil diese die
Zukunftsfähigkeit einer Gemeinde ausmachen. Wir haben hier in Riedlingen
eigentlich günstige Voraussetzungen. Ein optimales schulisches Angebot,
wir müssen aber noch besser werden, um als Wohnstandort interessant
zu sein und zu bleiben.
Dies betrifft natürlich auch die Ausstattung der Schulen. Hierhaben
wir bei den Unterrichtsmitteln in diesem Jahr gewisse Abstriche, die aber
auf Grund der veränderten Schülerzahlen und sonstigen Dingen
ok sind, eine Anpassung in den Folgejahren muss man aber im Auge behalten.
Hierzu gehört, insbesondere für Berufstätige, neben der
Ganztagsschule auch ein gutes Betreuungsangebot für noch nicht schulpflichtige
Kinder. Hier haben wir, wie allerdings auch alle anderen Gemeinden, noch
einen erheblichen Nachholbedarf. Es wird mit darauf ankommen auf diesem
Gebiet immer die Nase vorne zu haben, wenn wir in der Konkurrenz mit anderen
Gemeinden bestehen wollen. Dies bedeutet, dass der Ausbau der Kinderbetreuung
absoluten Vorrang haben muss. Ob dies allerdings genau in der jetzt vom
Gesetzgeber vorgegebenen Form erfolgen muss, ist nach unserer Meinung
noch nicht endgültig. Vielfach wird von kommunaler Seite darauf hingewiesen,
dass dies schlichtweg in der vorgegebenen Zeit nicht zu finanzieren ist.
Möglicherweise führt dies zu einer Streckung des Zeitraumes,
vielleicht aber auch zur Zulassung anderer geeigneter Formen. Wir sollten
uns Gedanken machen, das vorgegebene Ziel umsetzen und insbesondere auch
finanzieren können, darüber hinaus sollten wir aber auch darüber
nachdenken, ob es andere Formen gibt, die zum gleichen Ziele führen
und kostengünstiger zu realisieren sind . Falls wir hier geeignetes
finden, könnte man sich hier um eine Anerkennung dieser anderen Form
bemühen. Man darf nicht immer alles was von oben kommt als Gott gegeben
hinnehmen.
Ein weiterer für uns unverzichtbarer Bereich ist, dass Engagement
unserer Bürger weiterhin zu unterstützen und zu fördern.
Zahlreiche Bürger tun viel, um diese Stadt lebenswert zu machen.
Hier sollten wir nicht den Rotstift ansetzen, damit dieses Engagement
nicht gefährdet wird. Es geht hierbei nicht um riesige Beträge,
diese müssten wir uns, auch in schwierigeren Zeiten, noch leisten
können, man kann sich nämlich irgendwie auch zu Tode sparen.
Ein weiteres Thema, mit dem wir uns beschäftigen sollten ist, wie
wir langfristig mit Bauprojekten umgehen. Hier wirkt sich sparen öfters
äußerst negativ aus. Mich treibt schon lange um, dass wir eine
Reihe von Gebäuden, die wir erst vor 25 oder 30 Jahren gebaut haben,
bereits heute wieder generalsanieren müssen. Schlechte Planung, falsche
Planung , schlechte Bauausführung , der Druck möglichst billig
zu bauen , ungenügende Kontrollen , was die Gründe auch immer
sein mögen, Tatsache ist, dass eine Menge falsch gelaufen ist. Man
kann und wird immer wieder Fehler machen und daraus darf man nicht immer
gleich jemand einen Strick drehen. Wenn man allerdings aus diesen Fehlern
nichts lernt und immer gleich weitermacht, dann ist dies ein Fehlverhalten,
für das man verantwortlich ist. Im Baubereich greift zunehmend die
Praxis um sich, bei der Planung immer noch mehr zu sparen, weil Projekte
dadurch scheinbar preisgünstiger realisiert werden können, auf
den ersten Blick scheint dies auch so zu sein. Man hat niedrigere Kosten
und kann sich dadurch mehr leisten. Die Folgen, nämlich mangelhafte
Bauten, muss man ja in der Regel nicht mehr selbst ausbaden, dies trifft
dann meist die Nachfolger im Amt. Die günstigeren Baukosten sind
nur ein scheinbarer Vorteil, in Wirklichkeit ist dies oft eine Verschwendung
von öffentlichen Geldern, weil diese Bauten oft nicht lange halten.
Wir haben leider auch in unserer Stadt eine Reihe solcher Beispiele.
Wir sollten über die künftige Vorgehensweise in diesem Bereich
einmal beraten.
Sie sehen meine Damen und Herren wir haben im Gemeinderat genügend
zu tun und diese Themen und viele andere haben in der Regel direkte Auswirkungen
auf künftige Haushalte. Wir befinden uns gewissermaßen permanent
auch in Haushaltsberatungen, weil durch Beschlüsse Vorfestlegungen
auf die nächsten Haushaltspläne getroffen werden.
Nochmals, insbesondere an die neuen Kolleginnen und Kollegen.
Kommunalpolitische Arbeit und Gestaltungsmöglichkeiten muss man und
kann man immer nur langfristig sehen. Viele Schritte sind notwendig, viele
Gespräche, kluges Verhalten und Überzeugungskraft, um etwas
bewegen zu können.
Man braucht einen langen Atem, Geduld und Beharrlichkeit. Wer dies besitzt
und beherzigt wird, sicherlich nie alle, aber doch eine ganze Reihe der
gesetzten Ziele auch erreichen.
Notwendig ist, aufeinander zuzugehen und gemeinsamen nach den besten Lösungen
suchen. In diesem Sinne wünschen wir, die SPD-Fraktion uns, dass
sie bereit sind, über die heute von uns vorgetragenen Wünsche
und Anregungen, im Gemeinderat zu diskutieren, wir sagen zu, in gleicher
Weise auch mit Ihren Anregungen zu verfahren.
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