| |
|
Zukunftspreis
2004
|
| |
|
 |
|
"Engagiert und produktiv mit älteren Menschen"
Berliner Zukunftsforscher vergeben Preis
Termin: Mittwoch, den 15. Dezember 2004 um 16 Uhr s.t.
Ort: Vortragssaal der Heinrich-Böll-Stiftung, Rosenthaler Straße
40/41, 5. OG, Hackesche Höfe, 10178 Berlin
Am 15. Dezember verleiht Staatssekretär Peter Ruhenstroth-Bauer
(Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
in Berlin den Zukunftspreis 2004 des IZT - Institut für Zukunftsstudien
und Technologiebewertung. Der Preis steht in diesem Jahr unter dem
Thema "Engagiert und produktiv mit älteren Menschen - Konzepte
und Initiativen".
Zwei zukunftsweisende Projekte, eines aus Mainz (Rheinland-Pfalz)
und eines aus Riedlingen (Baden-Württemberg), bekommen den Preis
zu gleichen Teilen. Beide haben Modelle entwickelt, wie ältere
Menschen, aktiv und selbstständig in ihrem Stadtteil, in engem
Kontakt mit jüngeren Menschen und in ihren vertrauten vier Wänden
älter werden können.
Den Preis hat das gemeinnützige Berliner IZT - Institut für
Zukunftsstudien und Technologiebewertung ausgelobt. Anlass war der
65. Geburtstags seines wissenschaftlichen Direktors Prof. Dr. Rolf
Kreibich, der auch Mitglied der Altenkommission der Bundes-regierung
ist. Mitglieder der international besetzten Jury waren u.a. der Berliner
Professor Dr. Dr. h.c. Udo E. Simonis und der Leiter des Deutschen
Zentrums für Altersfragen - DZA, Berlin, Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer.
|
IZT-Pressestelle
Barbara Debus, Schopenhauerstr. 26, 14129 Berlin
Tel. 030-803088-45, Fax 030-803088-88, E-Mail: b.debus@izt.de, Web:
www.izt.de
|
|
| |
|
|
Zu den Preisträgern:
|
| |
|
|
|
Die eine Hälfte
des IZT-Zukunftspreises geht an Senator E.h Josef Martin, der mit
seinen MitstreiterInnen die "Seniorengenossenschaft Riedlingen"
entwickelt hat. Sein Slogan lautet: "Früher Großfamilie
- heute Seniorengenossenschaft". Die Mitglieder der Riedlinger
Seniorengenossenschaft regeln Versorgungstätigkeiten in vorbildlicher
Weise untereinander:
Nicht mehr berufstätige Menschen werden nach der Berufsphase
aktiviert, Dienstleistungen für ältere Menschen zu erbringen
(Reparaturdienste, Fahrdienste, warme Mahlzeiten...). Die MitarbeiterInnen
erhalten für ihre freiwilligen Dienste ein Entgeld, das sie
ansparen können, um sich so später - bei eigener Hilfsbedürftigkeit
- Leistungen zu sichern. Es gilt dabei der Grundsatz: Wer heute
100 Stunden arbeitet und anspart, kann später auch 100 Stunden
wieder abrufen. Die Höhe des bezahlten Lohns ist somit unerheblich,
weil in Wirklichkeit Stunde gegen Stunde verrechnet wird. Durch
dieses System können günstige Stundensätze kalkuliert
werden. Dies wiederum ermöglicht es MieterInnen mit geringem
Einkommen, kostenpflichtige Hilfsdienste in Anspruch zu nehmen.
Auch jüngere Menschen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind,
können sich der Genossenschaft anschließen. Die Seniorengenossenschaft
Riedlingen arbeitet seit 13 Jahren, sie hat 600 Mitglieder und 80
freiwillige MitarbeiterInnen. Resultat der Arbeit: Bisher mussten
nur sehr wenige von der Seniorengenossenschaft betreute Personen
noch einen Heimplatz in Anspruch nehmen.
|
| Kontakt |
|
Senator
E.h. Josef Martin, Färberweg 20, 88499 Riedlingen, E-Mail: Josef.Martin.Riedlingen@t-online.de,
Tel.: 07371-8394, mobil: 0171-3316861 |
| |
|
|
|
Die andere Hälfte des IZT-Zukunftspreises geht nach Mainz. In
Mainz haben der Verein "Jung trifft alt e.V." und das Wohnungsbauunternehmen
"Wohnbau Mainz GmbH" gemeinsam ein optimales Netz von Hilfen
entwickelt, in das sie das örtliche Gymnasium (1.200 SchülerInnen)
einbezogen haben. Der Mainzer Projektleiter Professor Ernst Müller
und der Geschäftsführer der Wohnbau Mainz GmbH, Peter Herrnberger,
erhalten den IZT-Zukunftspreis gemeinsam "für ihre hervorragende
und vorbildliche Leistung, jüngere und ältere Menschen auf
innovative Weise zusammenzubringen".
Viele Bausteine gehören zum Mainzer Modell, das in einem Stadtteil
mit "unterdurchschnittlichen Wohnwert" verwirklicht wurde:
barrierefreie und altersgerechte Wohnungen, ein professioneller Einkaufsservice,
ein Hol- und Bringdienst, gesellige Veranstaltungen mit Kindern...
Darüber hinaus lässt die Oberstufe des Frauenlob-Gymnasiums
ihre SchülerInnen Themen wie "Stalingrad" oder "Bombennacht
in Mainz" durch Biographieforschung erarbeiten. Hierfür
können über die Begegnungsstätte "Jung trifft
Alt" regelmäßig SeniorInnen aus dem Stadtteil gewonnen
werden. Aus den Schüler-Interviews über persönliche
Schicksale entwickeln sich oft kleine Freundschaften, so dass Schüler
anfangen, Erledigungen für die älteren Menschen zu machen.
Prof. Ernst Müller: "Manche Kinder finden auf diese Weise
sogar einen Ersatz-Opa oder eine Ersatz-Oma." Die Wohnbau Mainz
GmbH beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema "Soziales
Management" und stellt der Begegnungsstätte die Räume
unentgeltlich zur Verfügung.
|
| Kontakt |
|
Prof. Ernst
Müller, "Jung trifft Alt" e.V., Richard-Wagner-Str.
5, 55118 Mainz, E-Mail: jungtrifftalt@yahoo.de, Tel.: 06131-613800
und Peter Herrnberger, Geschäftsführer Wohnbau Mainz GmbH,
Wilhelm-Theodor-Römheld-Str. 8, 55130 Mainz, Tel.: 06131-807-0 |
|