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Für die Kontinuität
der Arbeit der Seniorengenossenschaft ist von besonderer Bedeutung, daß
die Leitungspositionen stets mit qualifizierten Personen besetzt sind.
Um dies zu erreichen, wird versucht, immer einige Mitarbeiter verstärkt
in die Vorstandsarbeit einzubeziehen, um bei Ausfall eines Vorstandsmitgliedes
einen reibungslosen Wechsel zu ermöglichen. Da es sich bei der selbstverwalteten
Seniorengenossenschaft um eine Einrichtung handelt, in der überwiegend
ältere Mitbürger auch Verantwortung übernehmen sollen,
muß mit häufigeren überraschenden Ausfällen gerechnet
werden.
Vorstand: Insbesondere für die Arbeit im Vorstand, aber auch
für verschiedene Dienstleistungsaufgaben ist nach den bisherigen
Erfahrungen eine gute Vorbereitung der Mitglieder unbedingt erforderlich.
Es muß erreicht werden, daß durch entsprechende Schulung möglichst
viele Mitglieder die notwendigen Kenntnisse erhalten, Hemmnisse für
die Übernahme von Verantwortung abgebaut werden, und Motivation für
die Übernahme von Verantwortung in der Seniorengenossenschaft gegeben
wird.
Um dies zu erreichen werden seit 2 Jahren von der Arbes, (Landesarbeitsgemeinschaft
der Seniorengenossenschaften und Bürgerbüros) Kurse angeboten,
in denen die notwendigen Kenntnisse vermittelt werden.
Beim betreuten Wohnen werden die Dienste bislang ausschließlich
von ehrenamtlichen Helfern geleistet. Diese Dienste sollen soweit als
möglich garantiert werden, damit Menschen ohne Risiko in ihrer eigenen
Wohnung bleiben können, statt einen Altenheimplatz in Anspruch nehmen
zu müssen. Um dies zu gewährleisten ist vorgesehen, im Bedarfsfall
auch hauptamtliche Kräfte zu beschäftigen als Ergänzung
des ehrenamtlichen Engagements.
Beim betreuten Wohnen ist ein stetig steigender Bedarf erkennbar. Noch
hält sich die Nachfrage, vor allem Dank der Leistungen der Nachbarschaftshilfe,
in überschaubaren Grenzen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß
die Nachfrage sehr bald stärker zunimmt. Etwa ein Drittel unserer
Mitglieder sind um oder über 80 Jahre alt. Sie sind vor allem mit
der Erwartung Mitglied geworden, daß die Seniorengenossenschaft
ihre Betreuung in der eigenen Wohnung garantiert. Um dies sichern zu können,
sind bereits jetzt personelle Vorhaltungen erforderlich. Zur Zeit stehen
ca. 20 Personen zur Verfügung, die Betreuungsleistung übernehmen.
Das Angebot für Hilfsdienste übersteigt derzeit noch deutlich
die Nachfrage. Es ist in dieser Situation besonders wichtig, die Motivation
der Helfer zu erhalten, auch wenn sie nicht häufig eingesetzt werden.
Dies erfolgt durch Treffen in regelmäßigen Abständen und
die gelegentliche Inanspruchnahme zu auch nur kleinen Aufträgen.
Beim Essensdienst
besteht eine außerordentlich hohe Nachfrage. Sie war bisher immer
größer war als das vorhandene Angebot, obwohl die Kapazität
stetig erweitert wird. Für die Zubringung von fertig zubereitetem
warmem Essen werden Spezialbehälter benötigt, die verhältnismäßig
teuer sind. Für jede zu beliefernde Person werden zwei Behälter
benötigt. In einem Behälter wird das Essen angeliefert, der
zweite Behälter wird bei der Anlieferung wieder mitgenommen. Ein
solcher Satz kostet derzeit ca. 600,-- €. Die Kosten für die
Behälter wurden durch Spenden der Bürgerschaft und von Betrieben
aufgebracht. Um die große Nachfrage befriedigen zu können sind
weitere Investitionen in Geschirre erforderlich. Ein wichtiges Begleitprodukt
beim Essensdienst ist der tägliche Besuch bei Menschen, die sonst
oft völlig abgeschieden leben und kaum noch soziale Kontakte haben.
Der Handwerklicher Hilfsdienst wird vor allem von Frühjahr
bis Herbst stark nachgefragt. Schwerpunkte sind Gartenarbeit, sowie kleinere
Reparaturen am und im Haus.
Kooperationen mit anderen Diensten werden angestrebt. Im Unterschied
zu anderen freiwilligen Hilfsdiensten will die Seniorengenossenschaft
ihre Leistungen garantieren. Deshalb ist vorgesehen und bei steigender
Nachfrage auch erforderlich, hauptamtliche Kräfte zu beschäftigen,
die im Verbund mit den freiwilligen Kräften die Dienste erbringen.
Die Leistungsgarantie ist erforderlich, wenn die Betreuung und Versorgung
von älteren oder hilfsbedürftigen Menschen in der eigenen Wohnung
funktionieren soll. Nur wenn die Hilfe beständig geleistet wird,
können Menschen in ihrer Wohnung verbleiben und müssen nicht
in Alten- oder Pflegeheime umziehen. Für die Gesellschaft ist damit
ein wesentlicher Kostenvorteil verbunden. Dadurch dürfte es möglich
sein, die Erhaltung menschenwürdiger Lebensverhältnisse auch
für die Zukunft finanziell zu sichern.
Ende 1999 haben sich
auf Initiative der Seniorengenossenschaft viele soziale Dienstleister
eine engere Zusammenarbeit vereinbart. In einem Faltblatt stellen sich
die einzelnen Einrichtung gemeinsam im übersichtlicher Form vor,
Ziel ist, das Angebot für die Bürger überschaubarer zu
machen.
Neue Variante für Bauprojekte
Baugenossenschaft:
Um Wohnungsbauprojekte bei Seniorengenossenschaften besser und eigenständig
realisieren zu können bietet sich als neue Überlegung an, innerhalb
der als Betreuungsorganisation arbeitenden Seniorengenossenschaft eine
weitere echte Genossenschaft als Baugenossenschaft zu gründen.
Dieser Baugenossenschaft gehört nur ein Teil der Mitglieder der Seniorengenossenschaft
an, eben die, die Kapital einsetzen wollen und können, um ein Wohnungsbauprojekt
zu finanzieren. Die Mitglieder der Baugenossenschaft zeichnen Geschäftsanteile,
die den Kapitalstock für den Wohnungsbau bilden. Das Mitglied der
Baugenossenschaft erwirbt an den Wohnungen soviel Eigentumsanteile wie
Geschäftsanteile gezeichnet sind.
Nach allen bisherigen Erkenntnissen ist es nicht möglich, den Betreuungsaufwand
alleine aus der Baugenossenschaft heraus zu leisten. Betreuungsträger
für die von der Baugenossenschaft erstellten Wohnungen sollte deshalb
die Seniorengenossenschaft sein, z.B. in der Form, wie dies bei der Seniorengenossenschaft
Riedlingen als Betreuungsträger für die Wohnanlagen organisiert
ist.
Da die Wohnungen im Normalfall nicht alle selbst bewohnt werden, besteht
für die Seniorengenossenschaft damit auch die Möglichkeit behindertengerechte
Seniorenwohnungen zur Vermietung anzubieten. Menschen die trotz Betreuung
durch die Seniorengenossenschaft wegen zunehmender Gebrechlichkeit oder
einer Behinderung in ihrer bisherigen Wohnung nicht mehr bleiben können,
kann geeigneter Wohnraum vermittelt werden, in der wiederum eigenständiges
wohnen möglich bleibt. Die Inanspruchnahme von Heimplätze kann
auf diese Weise vermieden, oder weit hinausgeschoben werden.
Vernetzung
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